Rueil - Malmaison

Rueil - Malmaison, Schloss Malmaison

Die erste Siedlung in Rueil-Malmaison geht bereits auf das 6. Jahrhundert zurück. Das Schloss stammt aus dem 17. Jahrhundert und war ein altes Lehengut der Äbte von Saint Denis.

Nach einigen Besitzerwechseln kauft Josephine, Gemahlin des Generals Bonaparte, das Schloss für 250.000 Francs von der Familie Coulteux du Moley. In Abwesenheit von Napoleons leiht sich Josephine Geld für eine Anzahlung. Als Napoleon aus Ägypten zurückkommt, bezahlt er den restlichen überwiegenden Kaufpreis.

Josephine und Napoleon beauftragen sofort die Architekten Percier und Fontaine, das Schloss nach ihren Vorstellungen umzubauen. Auch der Park wird umfänglich umgestaltet, insbesondere durch den englischen Gärtner Howatson. Josephine kauft seltene Pflanzen, wie Magnolien, Pfingstrosen und Kamelien, die es zuvor in Frankreich nicht gab. Ihre große Leidenschaft gilt jedoch den Rosen, weshalb sie auch „Rosenkaiserin“ genannt wird. Alle wichtigen Rosensorten der damaligen Zeit sind in ihrem Garten vorhanden.

Nachdem die Ehe kinderlos bleibt, lässt sich Napoleon 1809 von ihr scheiden, schenkt ihr aber das Schloss. Malmaison wird zum Zufluchtsort der Kaiserin. Sie vergrößert den Besitz mit dem Kauf des benachbarten Gutes Bois-Preau. Josephine empfängt zahlreiche Besucher, Politiker, Künstler und Fürsten, wie z.B. den russischen Zaren Nikolaus, mit dem sie ein in inniges Verhältnis verbindet. Sie lebt dort bis zu ihrem Tod am 29. Mai 1814.

Ihr Sohn Eugène erbt das Schloss und den Park. Nach dessen Tod erwirbt der schwedische Bankier Hagerman das Anwesen. Ab 1842 gehört es Königin Marie-Christine von Spanien und ab 1861 Kaiser Napoleon III. 1896 kauft der reiche Philantrop Daniel Osiris das Anwesen und schenkt es 1904 dem französischen Staat. Bereits zwei Jahre später wird das Museum eröffnet.

Heute sind im Schloss seltene und sehenswerte Gegenstände und Unterlagen der napoleonischen Zeit sowie Erinnerungen an Sankt Helena zu sehen. Besonders interessant ist die Ausstattung der Innenräume, von denen das Arbeitszimmer Napoleons, die Bibliothek und der Musiksalon herausstechen.

Rueil - Malmaison, Petite Malmaison

Schloss und Park Malmaison sind seit 1799 im Besitz von Napoleon und Josephine. Aufgrund ihrer gärtnerischen Leidenschaft lässt sie in den Jahren 1803 bis 1805 in etwa 300 Meter Entfernung das Chateau de Malmaison erbauen. Es besteht aus einem Empfangspavillon und einem riesigen Gewächshaus. Ausgeführt werden die Arbeiten vom Landschaftsarchitekten Jean-Marie Morel und später durch Jean-Thomas Thibault und Barthèlemy Vignon.

Das Besondere an dem Gewächshaus ist, dass zuvor noch nie in Frankreich für eine so große Fläche Glas verwendet wurde und war somit wegweisend für die Architektur in Glas und Metall.

Das Gebäude ist etwa 50 m lang und 19 Meter breit und wird in zwei Bereiche unterteilt:

  1. Das eigentliche Gewächshaus mit 12 Pfeilern, in denen Bäume bis zu 5 Meter hochwachsen können; dazu pflanzt Josephine u.a. Jasmin, Hortensien und Rosen.
  2. Daran angebaut ist ein Pavillon mit einer Reihe von Salonzimmern und einem zentralen Rundbau als Wohnzimmer, geschaffen 1807 von Louis-Martin Berthault. Die besten Handwerker richtet den Pavillon luxuriös ein, u.a. arbeiteten dort der Steinmetz Gilet und der Tischler Jacob Desmalter.  

Der Park wird wie im Schlosspark in einen englischen Garten umgestaltet. Beauftragt wird damit Josephines Landschaftsgärtner Louis-Martin Berthault. Gepflanzt werden u.a. Kastanien, Zedern, Zypressen, Eiben und Buchsbäume. Ein kleiner Teich rundet die Landschaft ab.

Nach dem Tod Josephines geht der Besitz an Eugène und nach dessen Tod an den schwedischen Bankier Jonas Philip Hagerman. Aufgrund der hohen Erhaltungskosten wird das Gewächshaus 1827 abgerissen. Der Pavillon mit den Räumen wird ein Jahr später renoviert.

Heute ist das Chateau in Besitz von Graf Stefan Czarnecky und wird für Musik- und Theateraufführungen genutzt.

Rueil - Malmaison, Peter- und Paul-Kirche

Über den ersten Bau ist nichts bekannt. Belegt ist die Errichtung des romanischen Kirchturms durch englische Besatzer im Jahre 1420.

Der jetzige Kirchenbau geht auf den portugiesischen König Anton I. und dessen beiden Söhne aus dem Jahre 1584 zurück.

1635 lässt Kardinal von Richelieu den Haupteingang nach Plänen von J. Lemercier erbauen.

In den Revolutionsjahren 1793 wie auch 1848 hat die Kirche erheblichen Schaden erlitten. Kaiser Napoleon III. hat dann 1857 umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchführen lassen und stiftete 1868 die heute noch vorhandene Orgel.

Den Hauptaltar ziert ein wunderschönes Bas-Relief, das Kaiser Napoleon I. für die Kapelle von Malmaison gekauft hatte. Der Bankier Hagermann erwarb 1829 das Schloss Malmaison und schenkte das Bas-Relief der Kirche Peter-und-Paul.

In der Nikolauskapelle rechts des Chores ließen Eugène und Hortense zu Ehren ihrer Mutter ein Denkmal errichten. Das Grabmal besteht aus Carrara-Marmor und wurde von den Künstlern Gillet und Dubuc geschaffen. Es zeigt die Kaiserin in ihrer Krönungskleidung. Im Sockel des Grabmals, ein Werk des Architekten Bertault, befindet sich ihre sterbliche Hülle.

Gegenüber links des Chores steht das Monument der Königin Hortense. Ihr Sohn, Kaiser Napoleon III., hat es 1858 von dem Architekten Lacroix und dem Bildhauer Jean Barre errichten lassen. Der Leichnam ruht aber nicht im Denkmal, sondern unter dem Denkmal in einem antiken Sarkophag.

Studienreise des Freundeskreises vom 11. bis 13. Oktober 2018

Die Studienfahrt des Freundeskreises Leuchtenberg führte dieses Jahr nach Paris. Nach der Ankunft am Pariser Ostbahnhof stand eine 4-stündige Stadtrundfahrt auf dem Programm, bei der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht wurden.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Familie Beauharnais-Leuchtenberg. Erste Station war das Palais Beauharnais, dem Sitz des deutschen Botschafters Nikolaus Meyer-Landrut in Paris. Empfangen wurden Gäste von seiner Ehefrau und den beiden jüngsten Töchtern. Die Besichtigung der Räume übernahm Dr. Jörg Ebeling, Direktor im Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Ebeling, der in den vergangenen Jahren für die Restauration zuständig war, gab interessante Hinweise zu den einzelnen Räumen und ausgestellten Exponaten.

Nächste Station war die Peter- und Paul-Kirche in Rueil-Malmaison mit den beiden großen Monumenten von Josephine und Hortense. Anschließend folgte die Besichtigung von Schloss Malmaison. 1799 kaufte Napoleon für seine Frau Josephine dieses sehenswerte Schloss mit Park im Westen von Paris. Es wurde zum Lieblingsaufenthaltsort für Josephine, die dort bis zu ihrem Tod 1814 lebte. Das Schloss, das jetzt als Museum ausgestattet ist, besticht durch seine hervorragenden Gemälde, Skulpturen und zahlreichen, höchst seltenen Exponaten.

Den Abschluss bildete der Besuch von Petite Malmaison, zu der Eigentümer Graf Czarnecky eingeladen hatte. Am Abend feierte man den 85. Geburtstag von Nicolaus von Leuchtenberg in der Brasserie Loderer. Der letzte Vormittag stand zur freien Verfügung, wobei die meisten Teilnehmer den Invalidendom mit dem Grabmal Napoleons besuchten.

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Bilder anlässlich eines Besuches im August 2015

links:

Straßenschild: Rue du Prince Eugene
die Straße liegt östlich des Parks als kleine Verbindungsstraße zwischen der Avenue de L´Impératrice Joséphine und der Avenue du Chateau de Malmaison 

rechts:

Eingang des Schloßparks


Chateau de Malmaison


Statuen im Park

links: Joséphine de Beauharnais

 

rechts: Neptun 


Die Kirche "Saint Pierre Saint Paul" im Stadtzentrum von Rueil-Malmaison


Grabmal von Josephine

Inschrift: An - Josephine - Eugen und Hortense - 1825.


Grabmal von Hortense

Inschrift: An die Königin Hortense - ihr Sohn - Napoleon III


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Josef Schönwetter

Fotos: Florian Lajoux und Ines Herrmann